KiKi-Days 2019
KiKi-Days 2019

Die KiKi-Days sind ein gemeinsames Projekt des ZaKi – Zartener Kinder- Jugend- und Familientreffs des Diakonischen Werks Breisgau-Hochschwarzwald
und des gemeinnützigen Vereins Schülerhaus Dreisamtal

Die KiKi-Days. Wie war’s denn so? Toll!

Ein paar fotografische Eindrücke des letztjährigen Ferienwoche sind links zu finden.

Was die Badische-Zeitung am 18. August 2015 dazu geschrieben hat, lesen Sie gleich hier: (Text und Foto: Gerhard Lück)

 

Für die Kids war’s einfach nur „cool“


Das erste inklusive Sommerferienprogramm „KiKi-Days“ in Kirchzarten ging zu Ende. Wassertag ganz oben in Gunst der Teilnehmer.


KIRCHZARTEN. Beinahe war es so, als wolle der Himmel dem ersten inklusiven Ferienprogramm in Kirchzarten noch beim Abschlussfest mit geöffneten Schleusen die Feuertaufe erteilen. Denn während der gesamten Woche erfreuten sich alle Beteiligten bei herrlichem Sonnenschein am kreativen, sportlichen und musikalischen Programm. Diese „KiKi-Days“ (”Kids inklusiv in Kirchzarten“) fanden als gemeinsame Aktion vom Schülerhaus Dreisamtal und dem Sozialen Lernen des Diakonischen Werks Breisgau-Hochschwarzwald im Schülerhaus beim Schulzentrum in Kirchzarten statt.


„Es ist normal, verschieden zu sein“, steht für Barbara Rösler von der Diakonie fest, was Stefan Saumer vom Schülerhaus bestätigt: „Man kann verschieden normal sein.“ Für beide Initiatoren der Freizeit heißt Inklusion Zugehörigkeit, quasi als Gegenteil von Ausgrenzung. Und so wollten die beiden während der Ferienwoche bereits den Kids helfen, dass deren Berührungsängste und Vorbehalte schwinden. „Und je mehr wir Inklusion leben“, meint Rösler, ”desto mehr etablieren wir das gemeinsame Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen als gesellschaftliche Normalform.“ Saumer sieht das ganz pragmatisch: „Jeder kann in seinem Umfeld dazu beitragen. Und genau das wollen wir tun.“

 

Ganz schnell meldeten sich 34 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren an, vorwiegend aus dem Dreisamtal. 15 von ihnen leben mit einem Handicap, sei es körperlicher oder geistiger Art oder auch einfach, dass ihnen manches im Alltag nicht so leicht fällt. Einige besuchen die Zarduna-Schule, wo das Soziale Lernen der Diakonie gute Alltagsarbeit leistet. Wichtig war für den Erfolg der Ferienwoche, dass 15 qualifizierte Betreuer mit pädagogischen und praktischen Erfahrungen mitarbeiteten. Im Organisationsteam waren neben Rösler und Saumer noch Werner Möschle, Christina Göbel und Celina Brender verantwortlich. Täglich gab es Teamgespräche mit allen Betreuenden. Das Programm, Anfang der Woche mit Kennenlernspielen und einem Trommelworkshop gestartet, bot einen bunten Mix, in dem sich alle Kinder wiederfinden konnten und das inklusives Miteinander in wechselnden Kleingruppen ermöglichte. Auch Nele (acht Jahre) machte in ihrem Rollstuhl überall mit. Im Kreativbereich war Theaterspielen, Schminken, Weidentipis bauen, Gipsfiguren und Masken erstellen im Angebot. Sportlich kamen Bogenschießen, Fußball, Hockey, Volleyball und Völkerball gut an. Es wurde ein eigener „KiKi-Days-Song“ getextet. Da war dann zu hören: „KiKi-Days-Kinder, das sind wir. Jeder ist willkommen hier. Ob dick oder dünn, groß oder klein. Wir laden jeden zu uns ein.“ Mit den selbst gebastelten Rasseln aus Astgabeln gaben sie sich den Rhythmus vor.

Angesichts der hohen Temperaturen stand der Wassertag ganz oben in der Kindergunst. Sie bauten Boote aus Naturmaterialien und ließen sie im Osterbach schwimmen, in dem sie aber auch einen Staudamm fürs eigene Schwimmen bauten. Wasserrutsche, Bachwanderung und Wasserbombenschlacht sorgten ebenfalls für Erfrischung. Vom Spielmobil gab’s für einen Tag eine Hüpfburg, und bei der abschließenden Schnipseljagd galt es, spannende Aufgaben zu erfüllen. Da Betreuer ihre Hunde dabei hatten, konnten die Kids den richtigen Umgang, auch beim Spiel, mit den Tieren erproben. Das Fazit von Julius (zehn Jahre) nach fünf tollen Tagen fiel eindeutig aus: „Es war cool, das Programm gut und die Betreuer nett.“ Besonders das Bogenschießen und der Wassertag seien toll gewesen. Sein achtjähriger Bruder Lorenz mit Down Syndrom fand den Besuch der „Fancy-Farm“ mit Ponyreiten super. Für die Brüder war toll, dass die Zahl der Betreuer so hoch war. So musste sich Julius nicht um seinen Bruder sorgen. Er spürte, dass Lorenz gut betreut war, und konnte sich frei seinen eigenen Interessen widmen. Die achtjährige Sarah aus Zarten fand das Tipibasteln toll und war vom Wassertag begeistert. Die geringe Teilnehmergebühr von 30 Euro für eine Woche Ferienprogramm im Schülerhaus war nur möglich, weil die Renate-und-Walter-Sick-Stiftung, die Bürgerstiftung Kirchzarten und der Förderverein der Zardunaschule Zarten sowie EWK, Sparkasse Hochschwarzwald und Testo Kirchzarten finanzielle Unterstützungen leisteten.

 

Ach ja, der Regen beim Abschlussfest führte zwar zu einem schnellen räumlichen Umzug, konnte aber den freudigen Gesamteindruck des inklusiven Sommerferienprogramms nicht verwässern. Barbara Rösler und Stefan Saumer zeigten am Ende viel Lust auf mehr „KiKi-Days“.

 

 

 

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KiKi-Days, Kirchzarten